Ich auf dem Microsoft Tech Summit – ein Dauer Déjà-vu

Heute war ich zum ersten mal auf einer reinen Microsoft Veranstaltung, dem Tech Summit in Frankfurt. Ich sehe meine persönliche Zukunft eher in der (relativ) Hersteller unabhängigen Software Entwicklung, aber man muss sich ja trotzdem auf dem aktuellen Stand halten.

Mit meiner langjährigen IBM Event Erfahrung war das doch ein sehr interessanter Tag und bisweilen sogar sehr witzig. Auch wenn die Technologien sich weiter entwickelt haben und alles sehr viel moderner anmutet als die IBM Welt, ähneln sich viele Konzepte und Ideen doch gewaltig. Ich glaube die Keynote hätte man mit einfachem „Search-and-Replace“ beinahe ohne Probleme zwischen IBM und Microsoft austauschen können. Mobiles arbeiten, Zusammenarbeit im Team, Künstliche Intelligenz und natürlich alles in der Cloud. Die Produktnamen muss man tauschen, aber die Ideen sind sehr ähnlich.

Teams vs. Watson Workspace

Zusammenarbeit zwischen Personen ist ein großes Thema. Microsoft nennt sein Produkt Teams, IBM nennt es Watson Workspace. Die Konzepte sind sehr ähnlich. Persistente Chaträume als Basis, Integration weiterer Standard Produkte und Anpassbarkeit über APIs. Ich persönliche verwende Teams und finde es nicht schlecht. Es kommt aber meiner Meinung nach immer mehr auf das Team und die Leute an und nicht unbedingt auf das Werkzeug.

Watson vs. AI

Bei IBM war vor einigen Jahren alles „social“, jetzt ist es „cognitive“ und Watson. Microsoft spricht eher etwas abstrakter von „AI“, also Artificial Intelligence. Beide Konzepte sind eigentlich identisch, es geht um Machine Learning, Deep Learning und künstliche Intelligenz. Von wirklichen Anwendungsfällen, in der breiten Masse solche Techniken selbst zu entwickeln und einzusetzen, sind wir aber noch recht weit weg. Zunächst klingen die Vorträge immer sehr wissenschaftlich und Beispiele werden genannt, bei denen aus großen unübersichtlichen Datenmengen plötzlich, wie von Zauberhand sinnvolle Entscheidungen getroffen werden. Dann wird aber meistens recht schnell die Brücke zu den aktuell einzig sinnvollen Beispielen geschlagen, den Themen Bilderkennung, Text-to-Speech, Speech-to-Text und Übersetzungen. Es sind auf beiden Seiten Cloud Services, die eine API anbieten und entsprechend in die eigene Applikation integriert werden müssen. Die Unterschiede sind vermutlich marginal.

Die Idee, dass man einem Assistenten (einem Bot) die Terminplanung überlässt, habe ich auch bei beiden Herstellern schon gesehen. Ob das im echten Leben wirklich irgendjemand einsetzen würde, ist für mich fraglich.

Outlook Add-Ins vs. Notes Client Widgets

Als die Outlook Add-Ins gezeigt wurden, musste ich sehr schmunzeln. Die gleichen Demos und Ideen habe ich schon auf IBM Events zum Thema Notes Client Widgets gesehen. Alles tolle Ideen und könnte für manche Anwender wirklich sinnvoll und hilfreich sein, aber im Detail ist das alles viel zu komplex und eine Menge Bastelarbeit für überschaubaren Nutzen. Die allermeisten Admins werden sofort die Policy suchen, mit der sie ihren Anwendern solche Spielereien verbieten können, um unnötige Tickets zu vermeiden.

Power Apps vs. Notes Composite Applications vs. Embedded Experience

Power Apps sollen einfache Applikationen sein, die durch Wizards erzeugt werden. Die Idee dahinter ist, die Standard Produkte mit weiteren Funktionen und Inhalten auszustatten und sinnvoll zu verbinden. Also z.B. Daten und Funktionen aus verschiedenen Produkten und Systemen zu verbinden und somit für die Anwender effektiver zu gestalten. Ähnliches hat IBM mit den Composite Applications und Embedded Experience versucht. Technisch ist die Microsoft Lösung natürlich um einiges fortschrittlicher, aber mal sehen, ob sie auch so schnell die Lust daran wieder verlieren, wie IBM damals an ihrer Idee.

Alles recht ähnlich, bleibt abzuwarten ob Microsoft es besser hin bekommt als IBM

Alles in allem klingen viele der Ideen sehr ähnlich. Bei IBM Events war ich damals oft sehr enthusiastisch bei solchen neuen Features, wurde aber sehr schnell von der lieblosen Umsetzung und dem schlechten Marketing enttäuscht. Bin gespannt, ob sich Microsoft an der ein oder anderen Stelle besser anstellt, zutrauen würde ich es ihnen aktuell, alleine schon durch ihre Marktmacht und extrem hohen Einfluss.

Das große Manko bei all diesen Ansätzen ist die Durchdringung der Produkte. Setzt man alles aus dem Hersteller Katalog ein und setzt auf eine 100% Cloud Strategie, klingen die Integrationsmöglichkeiten sehr verlockend und einfach. Gemeinsam haben sie jedoch das Problem, sobald man von den Demo Szenarien abweicht, hat man ein Problem und eine Lösung wird schwierig, bis unmöglich, aber auf jeden Fall sehr teuer.

Ich bin und bleibe ein Fan von OpenSource und offenen Schnittstellen. Das macht Lösungen und Applikationen sehr viel flexibler und man macht sich selbst nicht so abhängig von einem einzelnen Hersteller. Trotzdem war der Tech Summit recht interessant und sei es nur um sich ein wenig über die Parallelen zwischen IBM und Microsoft zu amüsieren.

Zum Thema Microsoft bin ich auch über eine sehr interessante bis erschreckende ARD Reportage „Das Microsoft Dilemma“ gestoßen. Aktuell noch in der Mediathek verfügbar.

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Nette Begrüßung am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub

Wenn man es mit den Urlaubsgrüßen und Sonnen Fotos ein wenig übertreibt, wird man so von seinen Kollegen am ersten Arbeitstag begrüßt 🙂

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2018 kann losgehen

Ich weiß es ist schon Februar, aber ich hatte die letzten 3 Wochen Urlaub und starte sozusagen erst jetzt so richtig ins neue Jahr. Ich bin kein Freund von guten Vorsätzen, primär weil ich mich eh selten daran halte. Trotzdem hat natürlich jeder so seine Vorstellungen und Wünsche an ein neues Jahr und blickt auf das Vergangene zurück.

Beruflicher Wandel

Mein Berufsleben habe ich als Lotus Notes Entwickler gestartet, das ist mittlerweile schon ein paar Jährchen her. Vor einigen Jahren, als das Ende dieser Ära abzusehen war, habe ich angefangen mich auch mit anderen Dingen zu beschäftigen. Nach einigen Experimenten bin ich dann bei Java, dem Vaadin und Spring Boot Framework gelandet. Rückblickend kann ich sagen, dass ich letztes Jahr nun erstmals mehr Zeit mit diesen neuen Themen verbracht habe und weniger mit Lotus Notes. Das Thema Notes/Domino wird mich natürlich auch weiterhin begleiten, aber ich denke der Fokus wird sich weiter darauf konzentrieren, die Kunden bestmöglich bei der Ablösung zu beraten.

Mein persönlicher Wunsch für dieses Jahr ist es, diese Projekte, die sich komplett jenseits der altbekannten Lotus Notes Welt bewegen weiter auszubauen. Die neuen Themen, Technologien und Konzepte wie Microservices, APIs, etc. machen mir viel mehr Spaß. Das sind herausfordernde Projekte und man hat die Gelegenheit sich in neue Themen und Ideen einzuarbeiten.

IBM Notes/Domino 10

Der Verkauf der Produkt Sparte hat einige Leute in der Community in helle Aufregung versetzt und positive Erwartungen und Hoffnungen geweckt. Persönlich hat mich das alles allerdings nicht überzeugt. Es ist eine naheliegende Entscheidung von IBM, aber die Hoffnung, dass mit Notes 10 jetzt eine echte Weiterentwicklung auf uns zukommt kann ich nicht teilen. Meiner Meinung nach ist das allerhöchstens eine Produktpflege, um den Kunden ein wenig den Druck von den Schultern zu nehmen, Notes möglichst schnell abzulösen. Das kommt allerdings einige Jahre zu spät und die meisten haben das Thema „End of Lotus Notes“ schon fest auf der Agenda.

Soll jetzt nicht heißen, dass ich Kunden jede Investition in die Plattform versuche auszureden. Wer weiter darauf setzen will, hat jetzt einen validen Fahrplan für die nächsten Jahre und kann bestehende Applikationen mit gutem Gewissen weiterentwickeln. Ich persönlich setze meinen Fokus aber nicht mehr auf Lotus Notes, sondern will mich weiterentwickeln und mich um interessantere Themen kümmern.

Work Life Balance

Das ist ein sehr überstrapazierter Begriff, aber für mich hat das Thema einen hohen Stellenwert. Ich arbeite um zu leben, aber ich lebe nicht nur um zu arbeiten. Natürlich stecke ich viel Zeit und Mühe in meinen Job, aber kann meine Freizeit und Urlaub auch sehr genießen. Der Start in das Jahr 2018 mit einer ausgedehnten Asien Reise war hierfür ein guter Anfang und sicher nicht meine letzte Auszeit dieses Jahr.

Das neue Jahr kann also kommen und ich bin gespannt, was mich erwartet.

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Umstieg von Apple Watch Series 1 auf Series 3

Die Series 2 hatte ich übersprungen, weil ich damals den ersten Kaufimpuls unterdrücken konnte. Diesmal habe ich jedoch wieder zugeschlagen und mir die neue Series 3 zugelegt. Weniger aufgrund irgendwelcher neuen Features, eher als Maintenance Upgrade. Obwohl ich mit meiner “alten” Watch sehr zufrieden war, hatte ich zuletzt doch bemerkt, dass der Akku etwas gelitten hatte. Immer häufiger war er gegen Abend leer und ich musste ihn erstmal laden, bevor ich meine abendliche Runde laufen konnte um meine Ringe zu vervollständigen.

Auf LTE habe ich verzichtet und mir die reine GPS Variante in Alu und dem “Nebel” genannten Armband geholt. Für einen Einsatz gänzlich ohne iPhone habe ich persönlich keine Verwendung, deshalb konnte ich mir das Geld für den LTE Chip sparen.

Der Umstieg auf die neue Watch ist wie man es gewohnt ist von Apple vollkommen problemlos möglich:

  1. Alte Watch entkoppeln (dabei wird automatisch ein Backup gemacht)
  2. Neue Watch koppeln und aus Backup wiederherstellen

Schon sind alle meine Einstellungen und auch meine Aktivitäten und Health Daten übertragen.

Vermutlich da ich eine Modell Reihe übersprungen habe, fällt mir die gestiegene Geschwindigkeit sofort auf. Alles reagiert viel schneller und gefühlt ohne die manchmal spürbaren Verzögerungen, weil etwas vom iPhone nachgeladen werden musste. Dass Siri jetzt auch über die Uhr Sprachfeedback gibt, ist auch ein Komfort Gewinn. Ich benutze Siri primär über die Watch zur Steuerung meiner diversen Lampen und HomeKit Geräte. Da ist es hilfreich, wenn Siri per Sprachausgabe Feedback gibt und man nicht immer auf die Uhr schauen muss um zu prüfen, ob der Befehl wirklich verstanden wurde.

Ansonsten begrüße ich die ruhige Hand von Apple bei der Weiterentwicklung der Hardware und auch der Software. Kleine Verbesserungen, die aber das Gesamtgefüge nicht zu sehr verändern. Trotz neuer Hardware und neuer Software findet man sich wie gewohnt zurecht. Manche mögen das kritisieren, aber ich bin kein Freund davon bei jedem Produktzyklus unbedingt alles grundlegend neu machen zu wollen.

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Mein #1 iOS 11 Feature: Anwesenheitserkennung in HomeKit

Ich bin ein leidenschaftlicher Heimautomatisierer und benutze HomeKit schon seit längerem ausgiebig. Es ist eine beachtliche Sammlung von Geräten geworden, die mittlerweile steuerbar sind.

Mit iOS11 kommt jetzt endlich eine lange vermisste Funktion hinzu, die Erkennung ob jemand zuhause ist! Endlich kann man in den Automatisierungen als Bedingung auswählen, ob eine bestimmte Person, oder überhaupt irgendjemand zuhause ist.

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